Stationäres Hospiz Siloah

Unser stationäres Hospiz Siloah in Herrnhut sowie das noch im Bau befindliche stationäre Hospiz Siloah in Bischofswerda sind Häuser der Geborgenheit, in denen schwerkranke, sterbende Menschen auf ihrem letzten Lebensabschnitt so begleitet werden, dass es sich bis zuletzt zu leben lohnt.

Bei unserer Arbeit geht es weder um die Verlängerung noch um die Verkürzung des Lebens. Ziel ist es, ein würdevolles Leben bis zuletzt zu ermöglichen, ohne unerträgliche Schmerzen und Ängste erleiden zu müssen. Seelische und spirituelle Bedürfnisse haben Platz und Raum, die kranken Menschen dürfen im Hospiz zur Ruhe kommen.

Im Mittelpunkt der stationären Hospizarbeit steht der familiäre Charakter des Hauses. Die Hauptperson ist der Bewohner mit seinen Wünschen und Bedürfnissen. Der Bewohner bestimmt den Tagesrhythmus. Die Angehörigen werden individuell in die Versorgung mit einbezogen und dürfen an der Seite des schwer erkrankten Menschen leben bzw. ihn jederzeit besuchen.

Der Name „Siloah“ wurde nach der biblischen Geschichte aus dem Johannesevangelium gewählt:

Und Jesus ging vorüber und sah einen Menschen, der blind geboren war. Und seine Jünger fragten ihn: Hat er gesündigt oder seine Eltern, dass er blind geboren ist? Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm. Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. Als er das gesagt hatte, spuckte er auf die Erde, machte daraus einen Brei und strich den Brei auf die Augen des Blinden und sprach zu ihm: Geh zu dem Teich Siloah und wasche dich! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.

Der Name steht nach dieser Geschichte unter anderem für:

  • die Ermutigung, sich Menschen in Leid und Not intensiv zuzuwenden;
  • die Tatsache, dass Krankheit und Leid keine Strafen Gottes sind;
  • dass Hilfe nicht entmündigt, sondern den Freiraum lässt, selbst tätig zu werden;
  • und das Angebot, dass Jesus Christus als „das Licht der Welt“ auch unsere Dunkelheit erleuchten kann.