Ehrenamtliche Mitarbeit im Hospizdienst

Hospizarbeit ohne ehrenamtliche Hilfe ist undenkbar. Ein großer Teil der Arbeit, vor allem im ambulanten Bereich, wird vom freiwilligen Engagement getragen. Um Helfen zu können und den Anforderungen dieses Dienstes am Menschen gewachsen zu sein, ist das Absolvieren einer Ausbildung notwendig. Deren Umfang beträgt 100 Stunden.

Auch Sie haben die Möglichkeit zur ehrenamtlichen Mitarbeit im Hospizdienst. Wenn Sie Interesse an einer Mitarbeit haben, informieren wir Sie gern.

Im Ambulanten Hospizdienst kann mitarbeiten, wer:

  • unheilbar Kranke und Sterbende, sowie deren Angehörige ehrenamtlich begleiten möchte
  • bereit ist, sich persönlich mit dem Sterben, dem Tod und den eigenen Grenzen auseinander zu setzen
  • den Mut hat und bereit ist, das Leid Anderer mit zu tragen und Respekt vor der Andersartigkeit fremder Leidsituationen hat
  • sich zur absoluten Diskretion und Schweigepflicht verpflichtet und dieses auch schriftlich hinterlegt
  • die Fähigkeit besitzt, eigene Grenzen, Schwächen und Stärken wahrzunehmen und anzuerkennen

Ausbildung zur ehrenamtlichen Hospizhelferin bzw. zum ehrenamtlichen Hospizhelfer

Ziel der Ausbildung ist die Befähigung ehrenamtlicher HospizhelferInnen zum persönlichen und praktischen Begleitungsdienst unheilbar kranker, sterbender und trauernder Menschen. Die gesamte Ausbildung erfolgt in mehreren Stufen, im Grundkurs, in Aufbaukursen, in thematisch bezogenen Vorträgen, einem Trauerseminar und einem Praktikum.

Voraussetzung für die Mitarbeit im ehrenamtlichen Helferdienst ist die Teilnahme an der Grundausbildung, die Bereitschaft zur Teilnahme an weiteren Veranstaltungen und die Anerkennung der Richtlinien für ehrenamtliche Hospizhelferinnen und Hospizhelfer.

Bei Nachfrage rufen Sie bitte an:
für ambulant: 03583 794269
für stationär: 035873 362060 oder 362063

Kursinhalte „Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen“

Grundkurs I

  • Vermittlung von Informationen zum Hospizdienst
  • Vernetzung der örtlichen Hospizarbeit
  • persönliche Auseinandersetzung mit dem eigenen und fremden Sterben und Tod
  • Die eigene Endlichkeit, eigene Erfahrungen
  • Vermittlung von Grundkenntnissen zur Sterbebegleitung
  • Überwindung von persönlicher Hilflosigkeit und Unsicherheit
  • Den Anderen in seinem Leid wahrnehmen
  • Prozesse bei Sterbenden (Sterbephasen)
  • Abschied nehmen und Loslassen, Neuanfang
  • Der Tod, Wann ist ein Mensch tot?
  • Wie gehen wir mit dem Verstorbenen um?
  • Zusammenfassung des Grundkurses
  • erste Überlegungen für ein Ehrenamt im Hospizdienst

Kursinhalte „Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen“

Grundkurs II

  • Ankommen, Einstieg, Wiederholung
  • Sprache und Ausdrucksformen Sterbender
  • verbale und nonverbale Kommunikation
  • Körpersprache
  • sich Einfühlen und Mitgehen
  • aktives Hinschauen und aktives Zuhören
  • Begleitung eines sterbenden Menschen in der Finalphase
  • Körperkontakt
  • Möglichkeiten und Maßnahmen zu Selbstvorsorge
  • Willenserklärungen / Patientenverfügungen / Vorsorgevollmacht Betreuungsverfügungen
  • Patientenrechte
  • Grundsätze der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung
  • Wünsche für mein Sterben, die Totenfeier und Bestattung
  • notwendige Unterlagen für den Sterbefall
  • Bestattungskultur und Bestattungsriten in unserer Gesellschaft
  • Ehrenamt im Hospizdienst
  • Ist Ehrenamt im Hospiz nach der Grundausbildung und den Erfahrungen eine Aufgabe für mich?
  • Wie geht die Ausbildung zum Ehrenamtliche Hospizhelfer weiter

Kursinhalte „Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen“

Aufbaukurs I

  • Möglichkeiten spiritueller Begleitung
  • Den Sterbenden mit seinen Glaubensvorstellungen akzeptieren
  • Abschiednehmen in und nach einer Sterbebegleitung
  • christliche Sakramente, Rituale und Bräuche
  • Schmerztherapie und Symptomkontrolle
  • Mundhygiene
  • Aromatherapie
  • Vergesslichkeit im Alter – normal oder krankheitsbedingt
  • Die Alzheimer-Krankheit
  • Zugänge zu Demenzkranken
  • Grundsätze und Regeln für den Umgang mit verwirrten und alten Menschen
  • Sterbebegleitung bei Demenzkranken

Kursinhalte „Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen“

Aufbaukurs II

  • Die Tätigkeit im Hospizdienst
  • Rechtsgrundlagen, Schweigepflicht, Versicherungen, Verbindlichkeit
  • Warum begleite ich Menschen? Warum möchte ich anderen helfen?
  • Das sogenannte Helfersyndrom, Möglichkeiten, Gefahren und Grenzen
  • Das Burnout-Syndrom / „ausgebrannte Helfer“
  • Die eigene Belastbarkeit
  • Entspannungsmöglichkeiten / Kraftquellen
  • auch meiner Seele etwas Gutes gönnen
  • Positiver und negativer Stress (Eustress / Disstress)
  • Umgang mit meiner Zeit / Zeitmanagment
  • Verschiedene Persönlichkeitstypen und Kommunikationsstile
  • Schlussfolgerungen für die eigene Kommunikation / den Umgang mit Menschen
  • Gesprächsführung: Grundlagen, besonders: aktives Zuhören
  • Wahrnehmungsbereitschaft und -fähigkeit
  • Sich einfühlen und mitgehen
  • Sprachlose / Nonverbale Kommunikation: Beobachten und Verstehen

Kursinhalte „Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen“

Grundlagenseminar zur Trauerbegleitung

  • Abschiede und Verluste in meinem Leben
  • Was ist Trauer?
  • Das Gefühl der Trauer
  • eigene Erlebnisse von Trauer
  • Trauerabläufe / Der Trauerprozess
  • Zeiten der Trauer
  • Trauer in unserer Gesellschaft
  • Umgang mit eigener und fremder Trauer
  • Trauerarbeit
  • Strategien der Trauerbewältigung
  • Trauernde angemessen begleiten
  • Erstellung eines Beileidsbriefes
  • Haltung gegenüber Trauernden
  • Begegnung mit Trauernden
  • Kinder begegnen dem Tod

Kursinhalte „Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen“

Der praktische Begleitungsdienst

Im praktischen ehrenamtlichen Begleitungsdienst können die HelferInnen Ihre Kenntnisse anwenden, um somit persönlich die Eignung für den ehrenamtlichen Helferdienst festzustellen.

Durch die Hospizkoordinatorin findet grundsätzlich ein Einzelgespräch vor der Übernahme in den ehrenamtlichen Helferdienst statt.
Die Helfer haben das Recht auf Einzelgespräche im Verlauf der Begleitung und der weiteren Ausbildung zur Klärung von Problemen und zur Selbsteinschätzung.
Einzelgespräche zwischen der Koordinatorin und dem Helfer finden vor jeder neuen Begleitung statt.

Nach Beendigung von Grundkursen, Aufbaukursen, Trauerseminar und Pflegekurs für Laien erhalten die Teilnehmer jeweils eine Teilnahmebescheinigung.
Sind alle Kurse und das Praktikum absolviert, erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat, welches sie als qualifizierte ehrenamtliche Hospizhelferin bzw., Hospizhelfer ausweist.
Das Zertifikat sollte in einem würdigem Rahmen überreicht werden. Als christlicher Hospizdienst bevorzugen wir die Übergabe im Rahmen eines Gottesdienstes mit der Möglichkeit zur Einsegnung zum Dienst.
Bei Vorlage von Teilnahmebescheinigungen werden entsprechende Kurse anderer Weiterbildungseinrichtungen anerkannt.

Die Ausbildung zum qualifizierten ehrenamtlichen Hospizhelfer wird kontinuierlich an den Qualitätskriterien für Hospizdienste gemessen und entsprechend weiterentwickelt.