Kursinhalte "Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen"
Grundkurs I
- Vermittlung von Informationen zum Hospizdienst
- Vernetzung der örtlichen Hospizarbeit
- persönliche Auseinandersetzung mit dem eigenen und fremden Sterben und Tod
- Die eigene Endlichkeit, eigene Erfahrungen
- Vermittlung von Grundkenntnissen zur Sterbebegleitung
- Überwindung von persönlicher Hilflosigkeit und Unsicherheit
- Den Anderen in seinem Leid wahrnehmen
- Prozesse bei Sterbenden ( Sterbephasen )
- Abschied nehmen und Loslassen, Neuanfang
- Der Tod, Wann ist ein Mensch tot?
- Wie gehen wir mit dem Verstorbenen um?
- Zusammenfassung des Grundkurses
- erste Überlegungen für ein Ehrenamt im Hospizdienst
Grundkurs II
- Ankommen, Einstieg, Wiederholung
- Sprache und Ausdrucksformen Sterbender
- verbale und nonverbale Kommunikation
- Körpersprache
- sich Einfühlen und Mitgehen
- aktives Hinschauen und aktives Zuhören
- Begleitung eines sterbenden Menschen in der Finalphase
- Körperkontakt
- Möglichkeiten und Maßnahmen zu Selbstvorsorge
- Willenserklärungen / Patientenverfügungen / Vorsorgevollmacht Betreuungsverfügungen
- Patientenrechte
- Grundsätze der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung
- Wünsche für mein Sterben, die Totenfeier und Bestattung
- notwendige Unterlagen für den Sterbefall
- Bestattungskultur und Bestattungsriten in unserer Gesellschaft
- Ehrenamt im Hospizdienst
- Ist Ehrenamt im Hospiz nach der Grundausbildung und den Erfahrungen eine Aufgabe für mich ?
- Wie geht die Ausbildung zum Ehrenamtliche Hospizhelfer weiter
Aufbaukurs I
- Möglichkeiten spiritueller Begleitung
- Den Sterbenden mit seinen Glaubensvorstellungen akzeptieren
- Abschiednehmen in und nach einer Sterbebegleitung
- christliche Sakramente, Rituale und Bräuche
- Schmerztherapie und Symptomkontrolle
- Mundhygiene
- Aromatherapie
- Vergesslichkeit im Alter - normal oder krankheitsbedingt
- Die Alzheimer - Krankheit
- Zugänge zu Demenzkranken
- Grundsätze und Regeln für den Umgang mit verwirrten und alten Menschen
- Sterbebegleitung bei Demenzkranken
Aufbaukurs II
- Die Tätigkeit im Hospizdienst
- Rechtsgrundlagen, Schweigepflicht, Versicherungen, Verbindlichkeit
- Warum begleite ich Menschen? Warum möchte ich anderen helfen?
- Das sogenannte Helfersyndrom, Möglichkeiten, Gefahren und Grenzen
- Das Burnout - Syndrom / "ausgebrannte Helfer"
- Die eigene Belastbarkeit
- Entspannungsmöglichkeiten / Kraftquellen
- auch meiner Seele etwas Gutes gönnen
- Positiver und negativer Stress (Eustress / Disstress )
- Umgang mit meiner Zeit / Zeitmanagment
- Verschiedene Persönlichkeitstypen und Kommunikationsstile
- Schlussfolgerungen für die eigene Kommunikation / den Umgang mit Menschen
- Gesprächsführung: Grundlagen, besonders: aktives Zuhören
- Wahrnehmungsbereitschaft und -fähigkeit
- Sich einfühlen und mitgehen
- Sprachlose / Nonverbale Kommunikation: Beobachten und Verstehen
Grundlagenseminar zur Trauerbegleitung
- Abschiede und Verluste in meinem Leben
- Was ist Trauer?
- Das Gefühl der Trauer
- eigene Erlebnisse von Trauer
- Trauerabläufe / Der Trauerprozess
- Zeiten der Trauer
- Trauer in unserer Gesellschaft
- Umgang mit eigener und fremder Trauer
- Trauerarbeit
- Strategien der Trauerbewältigung
- Trauernde angemessen begleiten
- Erstellung eines Beileidsbriefes
- Haltung gegenüber Trauernden
- Begegnung mit Trauernden
- Kinder begegnen dem Tod
Der praktische Begleitungsdienst
Im praktischen ehrenamtlichen Begleitungsdienst können die HelferInnen
Ihre Kenntnisse anwenden, um somit persönlich die Eignung für den ehrenamtlichen
Helferdienst festzustellen.
Durch die Hospizkoordinatorin findet grundsätzlich ein Einzelgespräch
vor der Übernahme in den ehrenamtlichen Helferdienst statt.
Die Helfer haben das Recht auf Einzelgespräche im Verlauf der Begleitung
und der weiteren Ausbildung zur Klärung von Problemen und zur Selbsteinschätzung.
Einzelgespräche zwischen der Koordinatorin und dem Helfer finden vor jeder
neuen Begleitung statt.
Nach Beendigung von Grundkursen, Aufbaukursen, Trauerseminar und Pflegekurs
für Laien erhalten die Teilnehmer jeweils eine Teilnahmebescheinigung.
Sind alle Kurse und das Praktikum absolviert, erhalten die Teilnehmer
ein Zertifikat, welches sie als qualifizierte ehrenamtliche Hospizhelferin
bzw., Hospizhelfer ausweist.
Das Zertifikat sollte in einem würdigem Rahmen überreicht werden.
Als christlicher Hospizdienst bevorzugen wir die Übergabe im Rahmen eines
Gottesdienstes mit der Möglichkeit zur Einsegnung zum Dienst.
Bei Vorlage von Teilnahmebescheinigungen werden entsprechende Kurse anderer
Weiterbildungseinrichtungen anerkannt.
Die Ausbildung zum qualifizierten ehrenamtlichen Hospizhelfer wird kontinuierlich
an den Qualitätskriterien für Hospizdienste gemessen und entsprechend
weiterentwickelt.